Datum Letzte Änderung:
6. April 2017,  10:50


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HolzCleanic
Ablaugen ist das eine. Könnte man theoretisch auch in der Badewanne oder im Hinterhof "selber machen". Was aber geschieht mit den dabei anfallenden Giften und Chemikalien? Wie wir in der HolzCleanic der Krebsmühle damit umgehen, erfahren Sie anschließend. Verraten sei aber schon vorab: Wir bereiten jährlich gut 600 cbm Abfallwasser aus dem Laugeprozess wieder auf und schicken rund 20 Tonnen Giftmüll aus Farbresten auf die Giftmülldeponie. Stellen Sie sich vor, wie unsere Umwelt bei der "Hinterhof-Methode" belastet wäre, wenn es die HolzCleanic nicht gäbe. Daher sagen wir:
ABLAUGEN IN DER HOLZCLEANIC IST PRAKTIZIERTER UMWELTSCHUTZ
Jeder von uns kennt die Geschichte vom ungereinigten Seewasser, das im Handumdrehen zu Wein wird. Wir stehen vor einer vergleichbaren Aufgabe, brauchen aber einen aufwändigen Prozess mit viel Chemie, um aus unserem Abwasser wieder klares Wasser herauszufiltern.
Alle im Laugeprozess anfallenden Flüssigkeiten (Spritzwasser, verbrauchte Chemika-lien etc.) werden dazu in einer Auffangwanne gesammelt. Diese Mischung sehen Sie im Wasserglas unten links: Eine trübe Brühe aus Wasser, Chemie und Lackresten.
Das Problem sind die Lackreste.
Alte Lacke bestehen aus hoch-giftigen Schwermetallen wie zum Beispiel Blei, Zink und Cadmium. Diese Schwermetalle dürfen auf keinen Fall in das Abwasser gelan-gen. Sie sind aber mit der Flüssig-keit wie Salz in der Suppe untrenn-bar verbunden und können deshalb nicht einfach aus dem Wasser herausgefiltert werden (die Filter-tücher würden sich mit den seifigen Schlämmen sofort zusetzen).
Diese Verbindung der Schwermetal-le mit den diversen Flüssigkeiten "aufzuknacken" ist ein chemischer Vorgang und die Arbeit unserer Abwasserbehandlungsanlage.
 
Bild oben links: unbehandeltes Abwasser;
Bild oben rechts: gereinigtes Wasser, der Farbschlamm hat sich nach unten abgesetzt;
Bild unten: Farbschlamm nach Pressung.
 
wie arbeitet die abwasserbehandlungsanlage?
Das Abwasser wird zur Behandlung in einen großen runden Rührbehälter gepumpt und dort ständig umgerührt. Im Behälter sind in einer Sonde zwei Meßelektroden angebracht, die bestän-dig den aktuellen PH-Wert des Wassers an die Steuerung im Schalt-schrank melden. Dabei ist die eine Elektrode zuständig für den Prozeß der "Spaltung", also der Trennung der Schwermetalle vom Wasser, die andere für die Neutralisation des Abwassers. Während des Rührens wird aus der Chemikaliendosierstation in kleinen Mengen Chemie zugeführt.
Im ersten Schritt wird "übersäuert", d.h. so lange Salzsäure und Eisen-3Chlorid zugegeben, bis ein PH-Wert unterhalb 2.3 erreicht ist. In diesem chemischen Zustand trennt sich die Verbindung von Schwermetallen und Flüssigkeiten.
Danach erfolgt der gegenläufige Prozeß mit Zugabe von Natronlauge, bis ein PH-Wert nahe 8.0 erreicht und die Flüssigkeit damit chemisch neutral ist (der PH-Wert von Leitungswasser ist 7.0). Jetzt wird Flockungsmittel beigegeben und eingerührt. Danach erfolgt die Absetzphase: Die Charge ruht für vier Stunden, damit sich die Feststoffe zum Boden hin absetzen können. Im Behälter sieht es jetzt so aus wie im rechten Wasserglas oben: Oben ist das gereinigte Wasser, unten sammeln sich die konzentrierten Schwermetalle.
Das Wasser wird in der Reinwasserstrecke anschließend noch mehrfach gefiltert und dann in den Kanal eingeleitet bzw. wiederverwendet. Der Lackschlamm wird zu einem festen Kuchen gepresst und wandert auf die Giftmülldeponie.
 
Arbeiten bei der Abwasserbehandlung
Bild 1: Arbeit bei der Abwasserbehandlung. Links im Bild die Chemikaliendosierstation, wo gerade Flockungsmittel neu angesetzt wird. Rechts im Bild die Kammerfilterpresse, dahinter der Rührbehälter.
Blick in die Reinwasserstrecke
Bild 2: Blick in die "Reinwasserstrecke". Das Klarwasser läuft zunächst in den runden Auffangbehälter in der Bildmitte, wird dann zur weiteren Reinigung durch den Kiesfilter (im Bild hinten links) gepumpt und wandert anschließend noch durch einen Aktivkohle-filter, bevor es in den Kanal abgelassen bzw. wiederverwendet wird.
Die Abwasseranlage arbeitet vollautomatisch.
Bild 3: Der gesamte Reinigungsprozess läuft - elektrodengesteuert - vollautomatisch und wird in diesem Schaltschrank überwacht.
Für die schönen Fotos bedanken wir uns bei unserem Fotografen Jochen Schnepf.
 
 
HolzCleanic
in der Krebsmühle
Krebsmühle 1
61440 Oberursel

Telefon: 06171/9845.0
Mo bis Sa
von 10:00 bis 18:30 Uhr
So geschlossen!
Bitte beachten Sie, daß Sie bei uns (normale) Mengen ohne Voranmeldung abgeben können! Die Regellaufzeit der Bearbeitung für Ablaugen beträgt zur Zeit 2-3 Tage!!!