Datum Letzte Änderung:
8. September 2017,  10:50


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Die Geschichte der Krebsmühle: ASH-Jahre - die Übersicht
Die Geschichte der Arbeiterselbsthilfe Frankfurt (ASH) - Übersicht
 
Aller Anfang ist schwer.
Wie beschreibt man rückblickend im Jahr 2007 die Geschichte einer Gruppe, die zeitweise 60 Personen umfasste und in ihren "besten Zeiten" bundesweite Bedeutung hatte, ohne aus der Distanz alles glatt- und wegzubügeln, was da an Irrtümern und Widersprüchen drinsteckte? Wie kann man aus der Ferne die Gefühle von Verzweiflung und Euphorie, auch Größenwahn wieder hochholen, die damals Motor der Entwicklung waren? Auch wenn man selbst mitten drin gesteckt hat in den Ereignissen, fällt es heute schwer sich zu erinnern, die Gefühle wieder hochzuholen, die damals "Alltag" waren.
Zum Glück gab es reichlich Sendungsbewußtsein und wurde viel geschrieben. Es erscheint daher sinnvoll, sich in der Beschreibung der Geschichte weitgehend auf Texte zu stützen, die zeitnah entstanden und so am ehesten den Geist der Zeit mit widerspiegeln. Wir werden diese Texte im Original ins Netz stellen und geben Ihnen über entsprechende Links die Möglichkeit, so tief in die Geschichte einzusteigen, wie Sie wollen. Entsprechend kurz können wir uns hier fassen.
1. GrÜndung als Arbeitslosenselbsthilfe
Die ASH entstand 1975 aus einer Wohngemeinschaft heraus, die sich politisch der Frankfurter "Sponti-Szene" um Dany Cohn-Bendit und Joschka Fischer verbunden fühlte. Dort war man zu dieser Zeit bemüht, das Ghetto der engen studentischen (oder jugendlichen) Szene zu durchbrechen und mehr Kontakt zur Normalbevölkerung herzustellen. Zu diesem Zweck entstanden "Stadtteilzentren", eines davon in Frankfurt-Heddernheim. Unsere WG war dort engagiert und auch beteiligt bei der Übernahme des "Elfmeter", einer eingesessenen Kneipe im Stadtteil.
Kontakt mit der Normalbevölkerung gab es dort reichlich, meist in Form von Konflikten mit ansässigen Problemjugendlichen. Um mit diesen arbeitslosen und kriminalisierten Jugendlichen zurechtzukommen, gründeten wir die Arbeitslosenselbsthilfe. Der Ansatz war sozialarbeiterisch und gedacht als Hilfe zur Selbsthilfe (sic!): Für die Jugendlichen Arbeit zu beschaffen, sie zusätzlich in die gesamte "Betriebs"organisation einzubinden (und damit die Entfremdung der Arbeit aufzuheben) und sie auf diese Weise zu integrieren. Dieser Ansatz ging fürchterlich daneben und hat sich nach einem halben Jahr erledigt.
2. "Nie mehr sozialarbeit"
 
Der Streß im Umgang mit den Jugendlichen hatte zusammengeschweißt. Mehrere Mitglieder der ursprünglichen WG waren abgesprungen, andere im Zuge der Arbeit neu hinzugekommen. Es entwickelte sich ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Da jetzt alle die gleichen Voraussetzungen hatten - nämlich arbeitslos zu sein und das Studium entweder garnicht erst begonnen oder abgebrochen zu haben - wurden die jetzt folgenden Diskussionen und die weitere Entwicklung der Gruppe tatsächlich auch von allen getragen.
Die WG wurde
zur Großfamilie, zur Kommune.
Anstehende Aufgaben wurden gemeinschaftlich gelöst bzw. in entsprechenden Diskussionen verteilt, es gab eine gemeinsame Haushaltskasse, in die alle Einnahmen gingen und von der sich alle nach Bedürfnis bedienten. Wir verdienten das Geld mit einfachen Arbeiten, nämlich Entrümpelungen, Haushaltsauflösungen und Transporten, zu deren Durchführung wir uns einen alten LKW neu aufgebaut hatten. Wir waren "ausgestiegen", machten unser eigenes Ding und - durchaus im Trend der damaligen Zeit - "Politik in erster Person", d.h. beschäftigten uns mit uns selbst und den gruppendynamischen Prozessen. Natürlich besuchten wir nach wie vor das Stadtteilzentrum und den Elfmeter, man fand uns auf Demos oder "Teach-Ins", aber das waren mehr oder weniger gesellschaftliche Ereignisse, die man eben wahrnahm. Was anders war: Wir taten das jetzt nicht mehr als Individuen, sondern als Gruppe. Als Gruppe traten wir auf, wurden wir wahrgenommen und - je nachdem - angefeindet oder bewundert. Das verstärkte den Prozeß der Gemeinschaftsbildung und schuf den "harten Kern" einander blind vertrauender Mitglieder, der in den folgenden Jahren das ASH-Schiff durch viele Stürme führen konnte. Es war eine Übergangszeit, die damit endete, dass uns seitens unseres Vermieters die gewerblichen Tätigkeiten auf unserem Wohngelände verboten wurden.
3. bonames - Die ASH als Alternativbetrieb
 
Wir fanden Räume in einer alten Schuhfabrik in Bonames, einem Stadtteil im Frankfurter Norden. Hier konnten wir große Flächen zum Billigstpreis anmieten und später weitere auch ohne Mietvertrag in Besitz nehmen. Dies störte niemanden, weil das Gelände zum Abriß bestimmt war und nur noch "Restzusatzverwertung" stattfand. Ein Paradies für uns, denn wir konnten darin machen, was immer wir wollten.
Na ja - Paradies!
Was von einem Fabrikstockwerk ohne Heizung, mit einfach verglasten Metallgitterfenstern zu halten ist erlebten wir schnell im nächsten Winter. Bis dahin hatten wir, um der durch das schnelle Wachstum der Gruppe entstandenen drückenden Enge unserer WG zu entkommen, im neuen Domizil Wände eingezogen und einzelne Zimmer sowie einen Gemeinschaftsraum mit Küche geschaffen. Jetzt wurden auf die Schnelle Kohleöfen beigeschafft (keine Schwierigkeit: davon fanden wir genug beim Entrümpeln), mit Rauchabzügen direkt aus dem Fenster heraus. Es blieb bitterkalt und die Wintermonate waren hart.
Aber auch solche Widrigkeiten schweißen zusammen. Und unser Lebensgefühl war positiv: Wir fühlten uns frei. Unsere Arbeit bestand nach wie vor im Entrümpeln und dem Verkauf noch brauchbarer Gegenstände in unserem "Flohmarkt". Später sind wir dazu übergegangen, auch gezielt Polstergarnituren und andere gebrauchte Möbel anzukaufen. Die Geschäfte liefen nicht bombig, aber es reichte zum Leben.
Die anfallenden Arbeiten (Transportarbeiten, Arbeiten im "Flohmarkt", Bürodienst, Gemeinschaftsdienst mit Kochen) wurden umschichtig erledigt. "Bei uns gibts keinen Chef" und "Jeder macht jede Arbeit" waren unser Motto. Der Gemeinschaftsdienst hatte abends für alle gekocht, das gemeinsame Essen diente der Kommunikation und der Einteilung der Arbeit für den nächsten Tag.
Wir waren ein klassischer "Alternativbetrieb", gleichzeitig eine Lebensgemeinschaft, ziemlich bedürfnislos, denn wir hatten eigentlich immer was zu tun. Unsere Art zu leben schien uns eine Antwort auf die grassierende Sinnkrise der Gesellschaft ("wofür das alles") und wir fühlten uns als Speerspitze der Umgestaltung. Zu dieser Zeit war "alternatives Leben" überaus angesagt, überall entstanden "alternative" Ansätze, es war ein breiter Teil der Jugendkultur und für uns sah es so aus, als entwickele sich aus der alten sinnentleerten kapitalistischen Gesellschaft eine neue, selbstbestimmte. Nur noch eine Frage der Zeit, bis "das System" an sich selbst zugrunde gehen würde.
Und so beschäftigte uns mehr und mehr der Gedanke, wie wir die Gruppe - uns selbst - zum Modell für eine andere Gesellschaft machen könnten. Dies am vorhandenen Standort mit all seinen Unzulänglichkeiten und der kurzbemessenen Perspektive zu realisieren erwies sich schnell als unmöglich. Deshalb suchten wir nach einem neuen, dauerhaften Zuhause und das Ergebnis war - nach etlichen Irrläufern - die Krebsmühle.
4. KrebsmÜhle - die ersten jahre
Ab hier erst mal wieder Baustelle!
 
 
 
 
 
 
NavRechtsHistorie
Die Beschreibung erfolgt in 3 Abschnitten - vom Mittelalter über die ASH-Jahre bis heute.