Datum Letzte Änderung:
1. Dezember 2017,  10:50


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Die Geschichte der Krebsmühle: ASH - Die Philosophie
ASH - Die Philosophie
 
Profit - I gitt!
Lange, fast zu lange hat es gedauert, bis uns überhaupt mal klar wurde, dass es ohne ein gewisses wirtschaftliches Denken nicht geht. Denn alles, was mit Mehrwert, Ertrag und Rendite zu tun hat war für uns Feindesland, war Kapitalismus, Teil des Systems, das zu ersetzen, auszuhebeln, mindestens aber zum Menschlichen hin zu verändern wir angetreten waren. Kein Gedanke an Profit!
Wir - das war die ASH, die Arbeiterselbsthilfe in Frankfurt, die auf der Suche nach einem Gelände, auf dem sie dauerhaft und langfristig eine Miniatur-Gegengesellschaft entwickeln könnte, ein Modell für ein sinnhaftes Leben jenseits des Kapitalismus, schlussendlich auf die Krebsmühle gestoßen war.
Natürlich wurde gewirtschaftet. Es wurden Arbeitsbereiche aufgebaut, die später zu Betrieben wurden und mit ihrer Arbeit für das nötige Einkommen sorgen mußten. Aber das war´s auch schon: das nötige Einkommen. Wir wollten ein Modell sein für die Veränderung der Gesellschaft und haben daher immer großen Wert darauf gelegt, nicht von Spenden oder Zuschüssen oder aus Fördertöpfen zu leben. Also mußten wir arbeiten für unser Essen, für Kleidung, für die Miete und die Kreditraten.
Nicht Mitarbeiter, sondern Gruppenmitglied.
Wir haben in unseren Erweiterungsphasen nicht nach Personal gesucht, sondern haben (und das in großem Umfang) neue ASH-Mitglieder aufgenommen, weil die eben mitmachen wollten beim selbstverwalteten Projekt. Wir haben uns dann immer hinterher überlegt, welche Arbeit wir für diese Neuen finden könnten und haben oft genug extra neue Arbeitsbereiche aufgebaut, weil die Leute eben da waren.
Nicht Lohn, sondern Gemeinschaftskasse.
Wir hatten über lange Jahre eine Gemeinschaftskasse, in die alle Einnahmen hineinkamen und aus der sich jeder nach Bedürfnis (in Krisenzeiten nach Bedarf) bedient hat. Lohn gab´s nicht. Und es hätte die Gruppe fast zerrissen, als wir Lohnzahlungen einführen mußten (weil mehr Menschen bei uns mitmachen wollten als wir in der Krebsmühle räumliche Möglichkeiten hatten und die ja festes Einkommen brauchten, um "draußen" ihre Miete, den Sprit für´s Auto oder was auch immer zu zahlen). Danach gab es dann beide Systeme: Im Inneren die Gemeinschaftskasse, für die draußen Wohnenden den Bedarfs- oder Bedürfnislohn.
Kostendeckungsprinzip statt Profit.
Wir hatten sogar einen Begriff für unsere Wirtschaftsweise. Gegen die Orientierung am Profit der kapitalistischen Wirtschaft stellten wir das Kostendeckungsprinzip: Das ökonomische Ziel ist erreicht, wenn genug erwirtschaftet wird, um die anfallenden Kosten zu decken. Verqueres Denken? Naiv? Na ja, 30 Jahre später stellt sich manches anders dar. Und Banken können mit dem Kostendeckungsprinzip so ziemlich garnichts anfangen. Geht also nicht auf Dauer. Aber diese Beschreibung mag dazu dienen, die Grundhaltung zu verstehen, die uns in unserem Wirtschaften bewegt. Und die wirkt - wenn auch verändert - bis heute fort.
Selbstenteignung.
Als wir die Krebsmühle übernahmen erkannten wir schnell, dass wir unendlich viel hineinstecken müssten in das Gelände, viele, viele Arbeitsstunden und auch jede Menge "richtiges Geld" für Baumaterial und Maschinen. Der Wert des Geländes würde zwangsläufig steigen, möglicherweise zusätzlich durch Veränderung des Bodenpreises - hier würde also Mehrwert entstehen. Wir haben das Dilemma auf unsere Weise gelöst: Das Gelände wurde durch den speziell dafür gegründeten gemeinnützigen Verein Hilfe zur Selbsthilfe e.V. gekauft, unser ganzer Einsatz für die Gebäude und das Gelände kam somit dem Verein zugute, der gemeinnützigen Seite. Wir haben uns höchstvorsorglich selbst enteignet.
Wie gut dies war, zeigte sich mit dem Zerfall der Gruppe in den 90er Jahren, den die Krebsmühle auf diese Weise gut überstanden hat.

Die Geschichte der Arbeiterselbsthilfe schildern wir auf den nächsten Seiten.
 
 
 
 
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Die Beschreibung erfolgt in 3 Abschnitten - vom Mittelalter über die ASH-Jahre bis heute.